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Himmelsstürmer - die schönsten deutschen Wörter

Himmelsstürmer

Himmelsstürmer, der

– jemand, der sich sehr hohe, nahezu unerreichbare Ziele gesetzt hat und sich von den realen Gegebenheiten und Hindernissen nicht abschrecken lässt –

Hoch hinaus soll’s gehen, ein schier unerreichbares Ziel, den Himmel stürmen, in den siebten Himmel gelangen. Bei seinem Streben nach dem Himmel geht es dem Himmelsstürmer freilich stets um sein weltliches Glück, um Selbstverwirklichung, um die Erfüllung seiner Träume, um den Himmel auf Erden. Somit gehört der Himmelsstürmer keinesfalls einem Himmelfahrtskommando an. Zwischen beiden liegt ein himmelweiter Unterschied, denn der Himmelsstürmer hat nichts gemein mit diesen Fanatikern, die vor nichts zurückschrecken und zu allem bereit sind, nur um schnellstmöglich ins vermeintliche Paradies zu gelangen.

Jugendlich unbekümmert, unbeschwert, idealistisch und unbeirrt macht er sich auf den Weg. Die Welt steht ihm offen, liegt ihm zu Füßen. Er nimmt das Herz in beide Hände, er wagt, um zu gewinnen. Dabei ist er kein romantischer Traumtänzer, kein verträumter, weltfremder Schwärmer. Der Himmelsstürmer weiß, dass das Glück nicht vom Himmel fällt und das Blaue vom Himmel meist allzu leichtfertig versprochen wird. Doch kein Hindernis scheint zu groß, die Steine auf dem Weg, seien sie auch noch so gewaltig, schrecken ihn nicht, werden sein Weiterkommen nicht verhindern. Das Herz rutscht ihm nicht in die Hose, denn auch wenn er ein Scheitern nicht eingeplant hat, weiß er doch: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

 

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Trödelmarkt - die schönsten deutschen Wörter

Trödelmarkt

Trödelmarkt, der

– Flohmarkt; Markt, auf dem gebrauchte und alte Sachen zum Verkauf angeboten werden –

schlendern, bummeln, flanieren, reden, plauschen, gucken, suchen, stöbern, finden, vergleichen, feilschen, verkaufen, kaufen, erstehen, essen, trinken, entdecken, probieren, anprobieren, fachsimpeln, treffen, entspannen, erinnern, genießen

Am frühen Morgen ist der Trödelmarkt noch das Revier der Schnäppchenjäger, die sich, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Tag ankündigen, auf Schatzsuche begeben. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Die an Verkaufsständen, auf Tischen und Decken ausgebreiteten Objekte werden durchforstet nach Raritäten und Kostbarkeiten, nach Sammler- und Liebhaberstücken, nach Dingen, die günstig angeboten werden, weil der Verkäufer deren wahren Wert nicht erkannt hat. Hier dreht sich noch alles ums Geschäft. Es geht nicht selten darum, günstig zu kaufen, um es irgendwann teurer weiterzuverkaufen.

Erst wenn die wirklichen Schnäppchen und Schätze schon längst ihre Besitzer gewechselt haben, kommen wir, die normalen Trödelmarktbesucher, die Menschen, für die der Bummel zwischen den Verkaufsständen, Tischen und Decken ein Vergnügen und das Kaufen keine Notwendigkeit ist. Schlendern, bummeln, das besondere Flair und bunte Treiben genießen, stöbern und vielleicht etwas finden. Auch wir träumen davon, ein Schnäppchen zu machen oder dieses eine Stück zu entdecken, das in unserer Sammlung noch fehlt.

Der Trödelmarkt ist ein Ort der Ruhe, der Entspannung und Entschleunigung, ein Ort, an dem man Zeit hat, sich Zeit nimmt, Zeit für ein Schwätzchen, für einen Plausch mit oft fremden Menschen. Der Trödelmarkt ist auch der Ort für eine romantische Zeitreise. Gegenstände aus anderen Zeiten wecken Erinnerungen. Artikel früherer Stilrichtungen, damals in Mode, dann altmodisch geworden, warten darauf, wieder begehrt zu werden. Verborgene Schätze aus Speichern, Kellern und aufgelösten Haushalten werden angeboten, Nötiges, Unnötiges, Ausgefallenes, längst Vergessenes, Langersehntes, lange Gesuchtes. Was hier angeboten wird, findet man in keinem Geschäft. Seltenheitswert. Viele Dinge bekommen ihren Wert erst durch ihre Seltenheit.

Omas Wohnung ist ausgeräumt. Vieles ist zwar nicht wirklich von Wert, aber irgendwie dann doch zu schade zum Wegwerfen. Die kleinen Dinge, die dem einen Menschen etwas wert waren, verlieren oft diesen Wert, wenn es den Menschen, der sie wie einen Schatz hütete, nicht mehr gibt. Dann ist alles plötzlich nur noch alter, unnützer Kram, Krempel, Plunder und Trödel. Auf dem Trödelmarkt bekommt man vielleicht noch etwas dafür. Und auf dem Trödelmarkt kommt dann ja vielleicht sogar jemand vorbei, der sich in die eine Spieluhr oder die kleine Porzellanfigur verliebt, dem sie nicht unnütz und wertlos vorkommt, der ihr wieder einen Wert gibt, sie ersteht, mit nach Hause nimmt und wie einen Schatz hütet, bis…
Trödelmarkt, Ort der kleinen, unscheinbaren Kostbarkeiten, Ort für Liebhaber.

Und auch der Verkäufer genießt das Geschäft. Besonders bei den privaten Gelegenheitsverkäufern steht das Geldverdienen nicht wirklich im Vordergrund. Trödelmarkt ist auch für sie in erster Linie ein Ereignis, eine Lebenseinstellung.

In unserer Wegwerfgesellschaft, in der alles immer schnell gehen muss, das Alte und Gebrauchte schnell entsorgt wird, sind Trödelmärkte wie Oasen. Sie sind Orte der Ruhe, an denen wertlos gewordene Dinge wieder einen Wert erlangen, als nutzlos erachtete Dinge wieder einen Nutzen bekommen, Orte, an denen die Zeit wieder langsamer vergeht, an denen man wieder Zeit hat.

 

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Alleskönner - die schönsten deutschen Wörter

Alleskönner

Alleskönner, der

– eine Person mit hervorragenden Fähigkeiten auf vielen verschiedenen Gebieten –

Also, die Frau hat‘s einfach drauf. Sie ist nicht nur eine begnadete Musikerin, sondern auch eine hervorragende und erfolgreiche Sportlerin. Und wenn sie den Pinsel in die Hand nimmt, merkt man schnell, welch geniale Künstlerin in ihr steckt und mit welch schöpferischer Begabung sie gesegnet ist. Darüber hinaus versteht sie auch noch was von Computern und Technik. Ganz zu schweigen von ihren Fähigkeiten als Heimwerkerin: Ist mal was kaputt, greift sie zum Werkzeug und repariert alles selbst (Selbst ist die Frau!). Und obendrein ist sie auch noch eine tolle Mutter und Partnerin.

Der Alleskönner (oder eben die Alleskönnerin) kann zwar nicht alles, doch zeichnet er sich durch zahlreiche Begabungen aus, ist vielseitig talentiert und mit besonderen Fähigkeiten auf vielen Gebieten ausgestattet. Er ist ein Genie, ein Multitalent und Allrounder, bei dem immer alles rundläuft, mit Störungen oder Fehlern muss nicht gerechnet werden. Ein Hansdampf in allen Gassen, ein Tausendsassa, der tausend Dinge kann, dies und das, ein Wunderwuzzi (in Österreich).
Ganz anders sieht es da beim Taugenichts und beim Nichtsnutz aus, die zwei linke Hände haben, aber auch rein gar nichts auf die Reihe kriegen und für nichts zu gebrauchen sind. Und auch der Fachidiot, der vielleicht in einem Bereich ganz gut sein mag, kann dem Alleskönner bei weitem nicht das Wasser reichen.

 

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alleinerziehend - die schönsten deutschen Wörter

alleinerziehend

alleinerziehend

– ein Elternteil, der ein Kind oder mehrere Kinder allein erzieht –

Ein Wort aus der Liste der hervorragenden und es auf den Punkt bringenden deutschen Partizipien. Im Prinzip reicht da ein Partizip aus. Alleinerziehend: Die Eltern haben sich getrennt – getrenntlebend ist auch so ein Partizip – und erziehen folglich auch ihr Kind nicht mehr gemeinsam. Es kann auch sein, dass ein Elternteil gestorben ist oder nie mit dem Vater oder der Mutter des Kindes in einer Beziehung gelebt hat. In jedem Fall wächst das Kind entweder beim Vater oder bei der Mutter auf. Wir sprechen von einem alleinerziehenden Vater oder einer alleinerziehenden Mutter. Er oder sie ist alleinerziehend. Aus dem Partizip machen wir dann noch die Person: der oder die Alleinerziehende. Und fertig.
In einigen anderen Sprachen spricht man vom Single-Vater oder der Single-Mutter, aber dabei kommt dann doch die Erziehung ein bisschen zu kurz.

 

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Verstrickung - die schönsten deutschen Wörter

Verstrickung

Verstrickung, die

– Verwicklung in etwas Negatives, oft in kriminelle Machenschaften –

Der Wortschatz aus aktuellem Anlass.

Hört man das Wort Verstrickung, so kommen einem schnell Bilder aus einer zwielichtigen Halbwelt, von einer halbseidenen Gesellschaft in den Sinn, Bilder aus einer kriminellen Unterwelt, einer Welt der Geheimbünde und Verbrecherbanden.
Und jetzt also wieder einmal dieser Weltverband mit den vier Buchstaben – oder sollten wir nicht besser von einem Halbweltverband oder Unterweltverband sprechen?

Verstrickung. Da ziehen sich also Bestechlichkeit, Schmiergeldzahlungen und andere finstere Machenschaften wie ein roter Faden in immer weiteren Kreisen um diese Gestalten, eng verflochten zu einem gordischen Knoten.
Zu lange lief es wie geschmiert für die älteren Herren dieser ehrenwerten Gesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit, diesen Knoten zu entstricken oder zu zerschlagen, diesen tiefen Sumpf trockenzulegen, die Schlinge enger zu ziehen und allen Beteiligten die Rote Karte zu zeigen.

Und der Drahtzieher?
Verstricken kann man sich selbst, andere, sich und andere. Man kann in etwas hineingeraten, sich hineinziehen lassen. Man kann aber auch sich und andere in eine Sache hineinziehen, dabei die Fäden immer fest in der Hand halten und sich und den anderen letztendlich einen Strick daraus drehen.

 

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